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Berufsunfähigkeitsversicherung: Gesetzliche Absicherung gefordert

Autor: L. Meier - Datum: May 20, 2015 09:19:25 AM

Kategorie: Finanzen & Versicherungen

Nachdem der Staat 2001 eine Gesetzesänderung beschlossen hat, wurden berufsunfähigen Arbeitnehmer mit einer Noch-Arbeitsleistung von 3-6 Stunden, zur Annahme von berufsfremden Tätigkeiten in die Pflicht genommen. Der Arbeitnehmer, der vor diesem Datum geboren wurde, erhält gerade noch das Recht auf den eigenen Beruf entsprechender Tätigkeit. Die gesetzliche Regelung aber sieht nur noch eine maximale Zahlung von 30 % des vorigen Bruttoverdienstes vor. Nun fordert der Bund der Versicherten (BdV) als auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, einen gesetzlichen Berufsunfähigkeits-Grundschutz für sämtliche Erwerbstätigen. Darüber hinaus werden die Verbände der Privatversicherer hart herangenommen. Es wird moniert, dass zu wenig Verträge, eine begrenzte Laufzeit, ebenso die sogenannten Rosinenpicker, die private Absicherung auf einen hohen Sockel stellen.

Der große Riegel wird vorgeschoben
Wenn man bedenkt, dass das Risiko als hoch eingeschätzt wird, im Berufsleben berufsunfähig zu werden, sollte die gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung schon ein Muss sein. Jeder vierte Arbeitnehmer erreicht in seinem Beruf nicht das Rentenalter, Zahlen der Deutschen Rentenversicherung belegen das. Aber viele Bundesbürger erhalten keine private Berufsunfähigkeitsversicherung - der Grund - die Versicherer setzen immer strengere Kriterien bei der Aufnahme an und berechnen für Risikoberufe satte Aufschläge. Der BdV und die Verbraucherzentrale Nordhein-Westfalen wollen hier eine Änderung bewirken. Beide Verbände möchten keinen Kontrahierungszwang, aber einen leichteren Zugang zur Berufsunfähigkeitsversicherung, damit jeder Arbeitgeber eine Chance auf einen Schutz hat. Gerade Personen, die einen Beruf haben, in dem schwer körperlich gearbeitet wird, haben es sehr schwer an eine vernünftige Police zu kommen. Zu bedenken gibt es auch, dass der viel zu teure Beitrag eine Hemmschwelle ist, aber auch schon bestehende Vorerkrankungen. Wenn dann eine Versicherung besteht, fällt sie mit geringen Renten aus oder aber an angreifbaren Angaben zu Gesundheitsfragen.

Das Positionspapier soll helfen
Eine einheitliche Lösung soll nun allen Menschen den Zugang zum privaten Berufsunfähigskeitsschutz verschaffen. Dazu wurde ein gemeinsames Positionspapier erarbeitet (pdf-Dokument), wo sie Fakten für einen erleichterten Zugang aufgelistet haben. Damit könnten größere Kollektive entstehen, die so einen verbesserten Risikoausgleich ermöglichen werden. In dem angesprochenen Positionspapier wird eine sehr vereinfachte Gesundheitsprüfung, nach dem Sinne einer betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung verlangt. Auch werden die Versicherer angehalten, gewisse Vorerkrankungen wie psychische Erkrankungen und Diabetes nicht mehr wie bisher, aus dem Berufsunfähigkeitsschutz auszuschließen. Es sollte stattdessen, falls eine Vorerkrankung nicht nur zur Berufsunfähigkeit führt, sondern auch eine Erwerbsunfähigkeit mit sich bringt, einen Mindestschutz anzubieten. Weitere Forderungen seien, die Berufsgruppen größer zu lassen und ebenso die Kalkulation der BU-Prämien nach einer zugänglichen und öffentlichen Datengrundlage zu öffnen. Ebenso wird die Notwendigkeit einer allumfassenden Beratung in dem Positionspapier aufmerksam gemacht. Das kann bei dem Antragsteller und bei der Beantragung der BU-Rente gemacht werden. Das sei aber noch nicht alles. Ein juristischer Beistand, soll den Versicherungsnehmern, bei Streitigkeiten mit dem Versicherer gestellt werden, zum Beispiel in Form einer Prozesskostenhilfe, sollte die Berufsunfähigkeit nicht anerkannt werden. Im Erfolgsfall wird dann eine Berufsunfähigkeitsrente gezahlt, staatliche Sozialleistungen entfallen dann.

Die Politik ist gefordert
Aber wie groß sehen die Verbraucherorganisationen ihre Forderungen durchzusetzen? Wenn es um Gesetzgebungsvorhaben geht, gelten beide als einflussreich, zum besseren Schutz der Verbraucher. Die Zusammenarbeit von beiden, soll die Dringlichkeit zum Ausdruck bringen. Es steht im Raum, dass die Politik gefordert ist, die existenzielle Absicherung der Bürger im Falle der Berufsunfähigkeit als besonders wichtiges Problem aufzugreifen und dabei vorteilhaft für die Betroffenen lösen. Das vorherige System wird von den Verbänden als gescheitert angesehen. Es seien zu wenig Verträge, Vertragslaufzeiten und Rentenhöhen die begrenzt sind, als auch die Rosinenpickerei, wegen einiger Berufsgruppen und Vorerkrankungen stellen die private Absicherung auf die Probe. Vom Vorstand der Verbraucherzentrale wurde in einem Interview mit dem Handelsblatt, ein sogenanntes Marktversagen bescheinigt.
Genaue Daten, aus welchen Gründen und auch wie oft ein BU-Antrag abgelehnt würde, gebe es im Moment nicht. Eine Stichprobe die Öko-Test durchgeführt hat, erbrachte wenig Erfreuliches. Dabei seien es nicht nur ernste Vorerkrankungen, die eine Ablehnung des Antrages erbrachte. Schon bei ganz geringen psychischen Problemen, wie beispielsweise Flugangst, würden Versicherer einen BU-Antrag ablehnen. Wer unter einer Allergie, wie Heuschnuppen, leidet oder ein Hobby wie Reiten angibt, muss schon mit Risikoaufschlägen oder einer Ablehnung rechnen. Dabei finden Gerüstbauer mit einem Risiko-Beruf oft gar keinen Schutz.

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